Wir und unsere Verwandten
| Das Frettchen (Mustela putorius furo) ist die domestizierte Form des europäischen Iltis (Mustela putorius) und gehört somit zur Familie der Marderartigen (Mustelidae). Zu den Verwandten gehören u.a. Hermeline, Wiesel, Otter, Nerz, Dachs, Stein- und Baummarder. | Iltis |
Steinmarder |
Der Mensch machte sich den Beutetrieb des kleinen Raubtieres zu Nutze, bis vor einigen Jahren wurden Frettchen hauptsächlich zur Bekämpfung von Ratten-, Mäuse- und Kaninchenplagen eingesetzt. Einigen Berichten zufolge kannten bereits die alten Ägypter vor ca. 5000 Jahren Frettchen, in Deutschland wird das Frettchen erstmalig im 16. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Auch heute werden Frettchen noch von Jägern bei der Schädlingsbekämpfung eingesetzt, hierbei ist der schlanke und biegsame Körperbau des Frettchens von Vorteil, da es anderen Tieren in den Bau folgen kann. In letzter Zeit erscheinen in der Presse des öfteren Berichte, das Frettchen auch bei der Verlegung von Kabeln (z.B. bei Fernsehübertragungen) an schwer zugänglichen Stellen treue Dienste leisten. |
| Heute gewinnt das Frettchen immer mehr als zahmer Hausgenosse und Spielgefährte an Bedeutung, denn durch sein freundliches und interessiertes Wesen wird es bei entsprechender Zuwendung schnell zahm und zutraulich. Manche Frettchen sind wahre Ausbruchskünstler. Frettchen sind in der freien Natur leider nicht mehr überlebensfähig, deshalb sollten die Besitzer besonders gut auf Ihre Tiere aufpassen. | europäischer Nerz |
![]() Hermeline im Sommerfell (braun) und im Winterfell (weiß) |
Das männliche Frettchen wird Rüde genannt, er erreicht eine Größe von ca. 40 bis 60 cm und wiegt zwischen 1100 und 2000 Gramm. Wir kennen allerdings auch Rüden, welche 2300 oder sogar bis 3000 Gramm wiegen, Ausnahmen bestätigen hier wieder einmal die Regel. Das Weibchen wird als Fähe bezeichnet. Sie ist bedeutend kleiner und schlanker als der Rüde, ihre Größe beträgt ca. 25 bis 40 cm. Die Fähe wiegt zwischen 500 und 900 Gramm, sicher fallen auch hier wieder einige Tiere aus dem gewohnten Rahmen. |
| Wer sich ein Frettchen anschaffen möchte, sollte berücksichtigen, dass Frettchen ein Alter von 8 bis 10 Jahren erreichen und einen täglichen Freilauf von mindestens 2 bis 3 Stunden unter Aufsicht brauchen. Frettchen haben im Verhältnis zu ihrer Körperlänge einen extrem kurzen Verdauungstrakt, die Passagezeit beträgt ca. 3 bis 4 Stunden, daher ist es wichtig, dass sie in kurzer Zeit soviel Nährstoffe wie möglich aufnehmen. | Dachs |
Fischotter |
Frettchen schlafen lange und fest, sind sie jedoch wach, dann geht die Post so richtig ab. Da sie nicht auf Futtersuche gehen bzw. keine Beute jagen müssen, können sie ihre ganze Energie beim Spiel einsetzen. Frettchen verfügen über einen starken Spieltrieb, welcher bei Rüde und Fähe etwa gleich ausgeprägt ist und bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Frettchen sollten nicht als Einzeltiere gehalten werden, da sie gern miteinander spielen, toben, kuscheln und jede Menge Dummheiten anstellen. Einzeln gehaltene Frettchen benötigen mehr Zuwendung, außerdem kann der Mensch den Artgenossen nicht ersetzen. |
Bildquelle: L. J. Dobroruka, Z. Berger: "Säugetiere", ARTIA Verlag Praha (1987)